Rund 85.000 Frachtschiffe sind weltweit unterwegs und halten den globalen Warenfluss am Laufen – oft unbemerkt, bis etwas schiefgeht. Die Havarie der Ever Given im Suezkanal, die Pandemie, Konflikte im Roten Meer: Erst in Krisen wird sichtbar, wie sehr unsere Wirtschaft von der Seefahrt abhängt. Und von den rund 1,5 Millionen Seeleuten, die diese Schiffe in Bewegung halten.

Für viele von ihnen ist Hamburg-Altona mehr als ein Anlaufhafen – hier gibt es die Seemannsmission Hamburg-Altona, eine der ältesten und wichtigsten sozialen Einrichtungen für Seeleute in Deutschland.

130 Jahre im Dienst der Seefahrt

Die Wurzeln der Seemannsmission reichen rund 160 Jahre zurück, nach England. In Altona ist sie seit etwa 130 Jahren aktiv. Gegründet wurde sie in einer Zeit, in der Seeleute ihre Heuer an Bord hinterlegten, kaum lesen konnten und in Häfen auf ein Rotlichtviertel trafen, das auf ihre Geldbörsen spezialisiert war. Die Kirche reagierte und schuf Anlaufstellen wie die „Fischer- und Schifferstube” am Fischmarkt – Orte, die Schutz und Orientierung boten.

Isolation auf See – und im Hafen

Die Bedingungen haben sich verändert, die Herausforderungen nicht. Seeleute verbringen heute zwischen zwei und zwölf Monaten ohne Landgang auf See, sieben Tage die Woche, oft ohne stabilen Internetzugang für den Kontakt zur Familie. Im Hafen angekommen, bleibt die Zeit knapp: Liegezeiten dauern oft nur wenige Stunden bis maximal einen Tag – bei Hafengebühren von bis zu 100.000 Euro pro 24 Stunden rechnet sich jede Stunde.

Dazu kommen sprachliche Hürden: Beschilderungen im Hafen sind häufig nur auf Deutsch, SIM-Karten fehlen, die Orientierung ist schwierig. Viele bleiben schlicht an Bord.

Besonders auf Containerschiffen – mit kleinen Besatzungen und wenig Abwechslung – sind Vereinsamung und soziale Erschöpfung verbreitete Probleme.

Was die Seemannsmission konkret tut

Die Deutsche Seemannsmission Hamburg-Altona e.V. versteht sich als 24-Stunden-Anlaufstelle mit einem klaren Leitbild: „support of seafarers’ dignity” – für die Würde der Seeleute einzutreten. Das bedeutet in der Praxis:

Ein Grundprinzip zieht sich durch die gesamte Arbeit: Seeleute werden mit ihrem Namen angesprochen – nicht als „AB” (Able Seaman) oder „OS”, sondern als Menschen.

Wer steckt dahinter?

Das Team umfasst 19 Festangestellte, 10 Ehrenamtliche und 3 Bufdis. Geleitet wird das Haus unter anderem von Seemannsdiakon Fiete Sturm, der seit 11 Jahren in der Seemannsarbeit tätig ist und einen Hintergrund in der Jugend- und Obdachlosenhilfe mitbringt.

Finanziert wird die Einrichtung zu rund 60 Prozent aus Eigeneinnahmen – vor allem durch Zimmer, die Reedereien für Crewwechsel buchen. Den Rest tragen Spenden, Mittel des Bundes, ein Beitrag der Nordkirche sowie eine freiwillige Reederabgabe.

Die Seemannsmission Hamburg-Altona ist Teil eines Netzwerks, zu dem auch die Standorte Harburg (Duckdalben) und Hamburg e.V. gehören.


Wer die Arbeit unterstützen möchte: Spenden sind über die Hamburger Sparkasse möglich (IBAN: DE42 2005 0550 1268 133 723). Die Zimmer stehen auch Hamburgerinnen und Hamburgern offen – Anfragen unter reception@dsm-altona.org.

*Dieser Beitrag wurde mithilfe von K.I. (plaud.ai und claude.ai) erstellt.